Wir kennen sie aus dem Fernsehen, dem Bekannten- oder Freundeskreis. Und manchmal, wenn wir sie uns eingestehen, auch von uns selbst –  die Angst.

Sie begleitet uns oft durch unser ganzes Leben, hindert uns daran Dinge zu tun, die wir uns eigentlich wünschen. Denn es könnte ja auch alles schief gehen wenn wir sie missachten.

Es könnte Steine ins Rollen bringen die wir nicht beabsichtigt haben wenn wir uns ihr stellen. Und ja, uns könnte der Himmel auf den Kopf fallen und dann?

Ängste gehören zu unserem Leben. Sie sind das letzte Relikt unserer Urväter und noch eng mit dem Instinkt gekoppelt.

Wären unsere Vorfahren nicht aus Angst vor dem Säbelzahntiger weggelaufen, hätten sie wohl nicht lange überlebt.

Die Säbelzahntiger der heutigen Zeit sind subtiler aber nicht weniger gefährlich.

Sie heißen z.B. Mobbing, Missachtung, Ausgrenzung, Anfeindung oder auch Einsamkeit, Verlust- oder Versagensangst.

Oft sind sie von Menschen in unserem Umfeld verursacht oder aber von unserem nie Ruhe geben wollenden Kritiker in unserem eigenen Kopf.

‚Das kannst Du nicht‘ haben viele von uns in ihrer Kindheit gehört.

‚Das kann nur schief gehen‘ oder ‚Schuster, bleib bei Deinen Leisten, das ist eine Nummer zu groß für Dich‘.

Ich habe mal in einem schlauen Buch gelesen, dass man sich solche Sätze wie eine Schallplatte vorstellen soll, die man in der Kindheit immer wieder aufgelegt bekommen hat.

Und diese sich dann so in unserem Denken manifestiert und verfestigt hat, dass wir diese Platte selbst immer wieder abspielen.

Und so die Angst schüren auch nur einen Schritt außerhalb dieser einst gesetzten Grenzen zu setzen. So dass wir uns nicht mehr fragen – Du kannst das nicht – wer sagt das? Wer hat überhaupt ein Recht dies zu beurteilen? Doch nur wir selbst denn im besten Fall stecken WIR unsere eigenen Grenzen.

Oft ist es auch nur die Vorstellung vor den Dingen, die uns Angst macht.

Wir sind Meister darin uns die gruseligsten Szenarien auszumalen wie denn z.B. der Chef auf unsere Frage nach Gehaltserhöhung oder Stundenabbau reagieren könnte.

Oder die Frau, der wir endlich mal die Meinung sagen, weil sie sich immer an der Fleischtheke vordrängelt.

Gehen wir aber in die Angst hinein und überwinden uns, stellen wir oft fest, dass der Chef viel netter war als gedacht und einen sogar plötzlich ernst nimmt. Und die Frau an der Theke sich tatsächlich entschuldigt.

Ängste können sich aber auch unbearbeitet manifestieren und zum echten Problem in Form von Angststörungen und Phobien werden, die unseren Alltag stark einschränken.

Einige möchte ich hier kurz vorstellen:

  • Agoraphobie – die Angst vor öffentlichen Plätzen, Menschenansammlungen und das Fehlen einer sofortigen Fluchtmöglichkeit, Reisen mit weiter Entfernung oder allein

 

  • Soziale Phobie – die Angst vor prüfender Betrachtung durch andere Menschen im sozialen Kontakt

 

  • Spezifische (isolierte) Phobien – die Angst ist auf spezifische Situationen beschränkt wie z.B. Höhe, Enge, Dunkelheit, Tiere oder Prüfungsangst

 

Allen o.g. Störungen ist eins gemeinsam – die angstauslösende Situation wird vermieden, was dazu führen kann, dass der Betroffene sich zunehmend sozial isoliert und in schweren Fällen nicht mal mehr das Haus verlassen kann um einer Arbeit nachzugehen oder freundschaftliche Kontakte zu pflegen.

Aber so weit muss es nicht kommen. Mit verschiedenen Interventionstechniken aus der Verhaltenstherapie ist es möglich, diese lebenseinschränkenden Ängste in den Griff zu bekommen. Wichtig ist deshalb, dass wir sie nicht als gegeben hinnehmen.

Und uns mit etwas abfinden, das unser Leben außerhalb unserer Kontrolle bestimmt.

Denn nichts fühlt sich besser und freier an als eine Angst zu besiegen.

Vielleicht träumt jemand mit Höhenangst davon einmal auf den Eiffelturm oder die Aussichtsplattform des Grand Canyon zu kommen und die Aussicht ohne Angst genießen zu können.

Oder jemand möchte so gerne auf ein Konzert seines Lieblingsstars gehen ohne Angst, in der Menschenmenge Panik zu bekommen.

Alles was wir dazu tun müssen ist der Entschluss uns dem zu stellen und die für uns richtige Unterstützung zu finden.

Damit wir das Leben in all seinen Facetten leben können.